Vita

„She is a naturally talented and creative singer, dancer and actor with a particular expertise in improvisation.“ Laurie Antonioli

Seit frühester Kindheit hab ich improvisiert und liebte Jazz, noch bevor ich überhaupt wußte, daß es so etwas gibt. Als ich mit 15 Jahren dann zum ersten Mal Jazz zu hören bekam – und zwar Yellowjackets, Dave Grusin, Don Grolnick und den ganzen instrumentalen Fusion und Jazz-Rock-Kram der 80er und frühen 90er– war das so eine Art eine Urknall-Erfahrung für mich. Mir eröffnete sich ein aufregendes Universum mit neuartigen harmonischen Landschaften, wilden Melodien und krassen Soli. Und das Beste dran: ich fühlte mich total zuhause – hatte endlich meine musikalische Heimatgalaxie gefunden. 

 

Mit meiner inspirierenden Entdeckung geriet ich allerdings ins Abseits meiner Teenager-Clique, denn die hörten alle nur „Schmuddel-Schrummel-Rock“ und fanden meine Musik total abartig, „...weil man da ja überhaupt nicht mitsingen kann!“ Aber ich konnte mitsingen! Und vor allem: ich mußte! Konnte nicht anders – so sehr beflügelte und inspirierte mich diese Musik. Also veranstaltete ich meine eigenen Jams – wo ich stundenlang mit mir allein im „stillen Kämmerlein“ zum Sound von Yellowjackets & Co mitsang, tanzte und improvisierte. Daß man sowas auch studieren kann oder daß ich irgendwann einmal selber Funktionsharmonik büffeln und Coltrane-Soli transkribieren würde, wäre mir damals nie in den Sinn gekommen. Ich war einfach nur glücklich in meiner Jazz-Welt.

 

Und dann führte mich das Schicksal über erfolglose Schauspielaufnahme-Prüfungen, ein abgebrochenes Kunstgeschichte-Studium, eine illegale Ukrainische Straßen-Jazz-Combo in Leipzig und mehreren nunmehr erfolgreichen Jazz-Aufnahme-Prüfungen an die Jazz-Abteilung nach Graz.

Als notorischer „Hansdampf-in-allen Gassen“  besuchte ich parallel zum Jazz-Studium eine Ausbildungsklasse im Zeitgenössischen Tanz, wurde Gründungsmitglied der Tanz-Kompagnie „subsTanz“ und war nun auch tänzerisch auf den Bühnen der Grazer Off-Szene unterwegs. Doch damit nicht genug! Aus der Tanz-Szene rutschte ich – schwupp – in die Theaterszene, wirkte in zahlreichen Theater- und Kindertheaterproduktionen mit und lebte meine komödiantische Seite in der Comedy-A-Cappella Formation „quempas“ aus. 

Nach Abschluss meines Jazz-Studiums heuerte ich schließlich bei den Rote Nasen Clown Doctors an und bringe seitdem kleine und große Kinder in Krankhäusern zum Lachen.

 

Nun lebe ich seit 2012 in Berlin, arbeite immer noch als Rote Nasen Clown und gebe regelmäßig kleine feine Jazz-Konzerte und bin hier und da auch als Schauspielerin tätig. 

Ausbildung

1999-2006 Jazzgesang bei Sheila Jordan, Mark Murphy, Jay Clayton, Laurie Antonioli, Kunstuniversität Graz, Abschluss Magister
2001-2006 Ausbildungsklasse Zeitgenössischer Tanz bei Mona May; Graz
2002-2006 Weiterbildung im Tanz bei u.a. Frey Faust (Axis Syllabus), Moe Yamamoto (Butoh)
2004 Steven Wangh, Schauspiel (Grotowski); Graz
seit 2006 Ausbildung Clownerie bei u.a. Virginia Imaz, Ami Hattab, Rote Nasen Clowns; Wien
2007 Paritätische Eignungsprüfung Schauspiel, Wien 
2008/9 Tom Greder, Workshop "Finding Comedy", Clownerie/Comedy; Graz/Wien
2008/9 Dagmar Apel, Sprechtechnik;Wien
2009 Jerry Coyle, Camera Acting; Wien
2009/10 Kerstin Thoma, Camera Acting; Mainz
2009/10 Rolf Stahl, Schauspielcoaching; Graz
2009/10/11 Ayad Akhtar, Acting and Stage Presence (Plastiques); Wien
2009/10 Simon Baddi, Klassischer Gesang; Wien
2010 Paritätische Kontrollprüfung Schauspiel; Wien 
2010/11/12 Greta Amend, "Energizing the Actor"; Berlin/Wien
2011 Mike Bernardin, Meisner Technique; Wien
2013 Sigrid Andersson, Die Tankstelle, Berlin
2014 Andrew Morrish, Solo-Improvisation Performance, Berlin/Hvar 
seit 2013 Eleanor Forbes, Estill Vocal Method, Berlin;Workshops bei Anne-Marie Speed
CV in English for download
Curriculum Vitæ_Scherzer_9_2019.pdf
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